Allgemeine Informationen

Der Begriff "Bootsbau" meint ganz allgemein die Fertigung von verschiedenen Bootstypen. Diese spezielle Fertigungstätigkeit kann regulär als Handwerksberuf erlernt werden (siehe auch "Berufsbild Bootsbauer"). Die benutzten Materialen beim modernen Bootsbau sind vor allen Dingen Faserverbundkunststoff, Stahl, Holz sowie Aluminium. Zusammengefasst gibt es zwei größere Arten, ein Boot herzustellen. Zum einen gibt es die Einzelbauweise und zum anderen die Serienbauweise. Einzelstücke sind meistens spezielle Kundenwünsche und verlangen deshalb immer ein entsprechendes Budget. Bei der Serienbauweise werden Boote für den allgemeinen Markt angefertigt. Ähnlich wie bei der Automobilherstellung sind hier die Arbeitsablaufe größtenteils automatisiert und man kann durchaus von serienmäßiger Anfertigung sprechen.

Die größten Abnehmer der Bootsbau-Unternehmen kommen aus dem Freizeitsektor. Vor allem der Yachtbau stellt dabei ein großes Umsatzsegment dar. Aber auch der gewerbliche Sektor vergibt einige Aufträge. Besonders die Bereiche Transportschifffahrt und Berufsfischerei sind hier zu erwähnen. Den kleinsten, aber trotzdem nennenswerten Anteil an Aufträgen stellt der staatliche Sektor. Schließlich müssen Behördenfahrzeuge, wie etwa das Messboot, mit speziellen Sonderaustattungen versehen werden, die nicht serienmäßig sind. Auch die Wasserfahrzeuge der Küstenwache stellen spezielle Ansprüche an die Bootsbaufirmen.

Zu dem Bereich Bootsbau gehört jedoch nicht nur die Fertigung der Wasserfahrzeuge. Auch die Wartung der Boote mit allen eingebauten technischen Anlagen gehört dazu. Das bedeutet, dass der Bootsbauer auch für den korrekten Betrieb von Sanitär-, Elektronik- und Motoranlagen verantwortlich ist. Darüber hinaus kümmert sich das Bootsbau-Unternehmen auch um den Transport der Fahrzeuge von der Werft zum Kunden und organisiert ebenso die notwendige Lagerung während der Wintermonate. Die Restaurierung der Boote und deren Reparatur sind selbstverständlich auch Tätigkeitsfelder der einzelnen Firmen. Neben diesen grundsätzlichen Aktivitäten betreibt die Werft auch des Öfteren einen kleinen Shop in denen zum Bespiel Segelzubehör, spezielle Bootselektronik oder auch wasserfeste Kleidung verkauft wird.

Das Bootsgewerbe hat seine historischen Ursprünge vermutlich in der Altsteinzeit, die 120.000 bis 60.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung liegt. Die Vorfahren unserer heutigen, modernen Boote bestanden dabei aus ausgehöhlten Baumstämmen. Teilweise werden diese Altsteinzeitboote noch von Ureinwohnern in Borneo und Papua-Neuguinea gefertigt. Im Laufe der Geschichte lernten die Menschen den Werkstoff Holz für den Bootsbau besser zu nutzen. Aus den Baumbooten wurden schließlich Holzboote. Die ersten größeren Holzschiffe wurden in der ägyptischen Hochkultur entwickelt. Aber auch die chinesische Kultur baute eindrucksvolle Boote mit denen in erster Linie Handel und Transport betrieben wurde. Die ersten modernen Werften entstanden allerdings erst nach der industriellen Revolution, denn dort wurde das erste Mal Stahl und Aluminium für den Bootsbau eingesetzt. Mittlerweile ist spezieller Kunststoff das wohl am häufigsten verarbeitete Material beim Bootsbau. Es kommt vor allen Dingen bei der Fertigung von Sportbooten zum Einsatz. Holz wird heutzutage seltener verarbeitet. Trotzdem gibt es noch immer einzelne Bootsbau-Unternehmen, die sich auf die Herstellung und Reparatur von Holzbooten spezialisiert haben.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2010, www.bootsbau.de

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